4:4 Unentschieden reicht zur Verteidigung der Tabellenführung

von FRANK STROZEWSKI, 26.01.2020

In der fünften Runde der NRW-Liga hatte das Team mit dem Godesberger SK die Mannschaft zu Gast, die bisher ebenfalls noch keine Mannschaftspunkte abgegeben hatten. Im Gegensatz zum Gast Godesberger SK hatte das Team vom Stimberg jedoch die ersten vier Begegnungen in der NRW-Liga deutlich gewonnen und sich damit einen Vorsprung von 5,5 Brettpunkten erkämpft.

Somit war die Ausgangslage klar. Der Gast musste den Kampf gewinnen, um die Tabellenführung zu übernehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die stärksten Spieler aufgeboten. Das war auch der Plan des Gastgebers, da aber Thomas Willemze kurzfristig krank ausfiel, waren die Gäste auf dem Papier minimal stärker besetz. Dennoch saßen sich die beiden stärksten Mannschaft der Liga gegenüber und auch der Verlauf unterstrich, dass es sich wirklich um das Spitzenspiel der Saison handelte.

An allen Brettern wurde hart gerungen, um Vorteile zu erreichen. Erst nach 3,5 Stunden gab es die erste Entscheidung. Frank Strozewski hatte in der Eröffnung ein Bauernopfer angenommen. In der Folge vergab er eine Chance auf aktives Gegenspiel und ließ einen entscheidenden gegnerischen Königsangriff zu. Damit konnte die Gäste in Führung gehen.

Noch vor der Zeitkontrolle einigte sich Peter Trzaska, der für Thomas Willemze eingesprungen war, mit seinem Gegner auf ein Remis. Beide Spieler hatten nur noch wenige Sekunden Bedenkzeit und wollten in der ausgeglichenen Stellung kein Risiko eingehen.

Nach der Zeitkontrolle konnte Marc Erwich den Ausgleich erzielen. Er hatte seine Stellung kontinuierlich verbessert. Nach der Zeitkontrolle war der Vorteil dann so groß geworden, dass sein Gegner die hoffnungslose Stellung aufgab. Zeitgleich endete die Partie am Spitzenbrett unentschieden. Hier hatte Robert Ris Glück, dass sein Gegner in höchster Zeitnot einen möglichen Gewinnweg übersehen hatte.

Danach konnte die Gäste wieder in Führung gehen. Dennis de Vreugt konnte das Zusammenspiel seiner Figuren von Beginn an nicht koordinieren. Nachdem er eine Figur verloren hatte, versuchte er noch mit seinen Bauern die Stellung zu konsolidieren. Da das aber nicht mehr gelang musste er aufgeben. Anschließend endete auch die Partie von Alexander Langers mit einer Punkteteilung. Er wollte kein Risiko mehr eingehen und verzichtete auf einen riskanten Angriff am Damenflügel, der seinem Gegner nicht abschätzbares Spiel gegen seinen König ermöglicht hätte.

Trotz des 2,5:3,5 Zwischenstandes waren noch nicht alle Hoffnungen gestorben. Ganz im Gegenteil mussten die Gäste noch fürchten, als Verlierer nach Hause zu fahren. Sowohl Frank Erwich als auch Alexander van Beek hatten sich einen gefährlichen Freibauern weit entfernt am Rand schaffen können. Frank Erwich konnte diesen zur Umwandlung führen. Mit diesem fünften Sieg behielt er nicht nur die Führung in der Topscorer-Wertung, sondern glich auch zum 3,5:3,5 aus.

Es musste also die letzte Partie entscheiden. Alexander van Beek versuchte alles, um auch seinen Bauern umzuwandeln. Diesen konnte sein Gegner dann nur noch mit einem Figurenopfer aufhalten. Als dann nur noch wenige Sekunden Bedenkzeit zur Verfügung standen, entschloss er sich die Reißleine zu ziehen. Um nicht doch noch den Partieverlust zu riskieren, tauschte er die letzten Bauern. Damit war an diesem Brett und im gesamten Mannschaftskampf die Punkteteilung besiegelt. Glücklich für Godesberg, da nach dem Figurengewinn die Stellung mit dem starken Läuferpaar zu gewinnen gewesen wäre.

Trotzdem war die Mannschaft mit dem Ergebnis zufrieden. Sie hat weiter einen beruhigenden Vorsprung von 5,5 Brettpunkten. Zusätzlich scheint das Restprogramm für Godesberg etwas schwieriger zu sein. Mit konzentrierten Leistungen sollte dieser Vorsprung bis zum Ende der Saison zu verteidigen sein. Weiter geht es am 16. Februar bei der Zweitvertretung der SG Porz.



Letzte Änderung am 07.08.2021, 16.55h