Erste Mannschaft erobert Tabellenführung und kehrt in die Oberliga-NRW zurück!

von FRANK STROZEWSKI, 26.06.2021, Runde 8 (und Runde 9)

Erkenschwick 1 Auswärtsspiel Nach 15 Monaten "Pandemiepause" wird nun die Schachsaison auf NRW- und Ruhrgebietsebene abgeschlossen.

Die erste Mannschaft des SV Erkenschwick hatte vor der Pandemie die beiden letzten Runden der NRW-Liga beim Herforder SV Königsspringer und gegen die SG Niederkassel noch nicht gespielt.

Am Samstag wurde nun die achte Runde in Herford ausgetragen. Wegen des ungewöhnlichen Spieltags Samstag fiel kurzfristig einer der beiden Topscorer des Teams Alexander Langers aus, der eine Veranstaltung an der UNI hatte. Seinen Platz konnte aber der Teamkapitän Frank Strozewski einnehmen. Zusätzlich kamen mit Rolf Jungbluth und Kai Spriestersbach zwei Spieler der zweiten Mannschaft zum Einsatz, da bereits im Vorfeld wegen des Samstagstermin weitere Stammspieler absagen mussten. Die Gastgeber hatten ähnliche Probleme und mussten auch zwei Spieler aus der zweiten Mannschaft einsetzen.

Nachdem der Schiedsrichter die Aufstellung eingetragen hatte, zeigte sich, dass das Team vom Stimberg an allen Brettern mehr oder weniger deutliche Vorteile aufgrund ihrer Wertungszahlen aufwies.

Nachdem der Schiedsrichter auf die Bedingungen des Spiels unter Corona hingewiesen hatte, ging es endlich wieder am Brett los. Beide Mannschaften waren sehr glücklich, dass nicht mehr nur Onlineschach möglich ist. Die Atmosphäre war insgesamt sehr entspannt, auch wenn es für beide um viel ging. Herford hoffte durch einen Sieg den Abstieg noch zu vermeiden, Erkenschwick wollte den zweiten Tabellenplatz sichern und schielte nach Godesberg, wo es der Tabellenführer mit dem Dritten, dem Düsseldorfer SK 2, zu tun hatte.

Den ersten halben Punkt erzielte Christoph Krings nach einer Remisvereinbarung mit seinem Gegner. Beide hatten sehr vorsichtig gespielt und nach Figurenabtausch sahen beide keine Perspektive für einen vollen Punkt. Zu diesem Zeitpunkt war der Ausgang noch offen. An den beiden Spitzenbrettern hatten sich die Gastgeber günstige Stellungen erspielt. Die mittleren Bretter sahen hingegen gut für die Erkenschwicker aus. Frank Strozewski hatte bereits einen Mehrbauern erreicht. Im Duell der Ersatzspieler waren die Chancen auch verteilt. Rolf Jungbluth hatte die Eröffnung nach eigenen Worten verschlafen, während Kai Spriestersbach seine Läuferpaar optimal zum Königsangriff in Stellung gebracht hatte.

Der Kampf sollte sich dann tatsächlich in die vorgezeichnete Richtung entwickeln. Alexander van Beek brachte das Team nach Materialgewinn mit 1,5:0,5 in Führung. Die anschließend von Guust Homs auf 2,5:0,5 ausgebaut wurde. Sein Gegner hatte sich auf einen Königsangriff, der aber leicht abzuwehren war, konzentriert. Dadurch vernachlässigte er seinen Damenflügel und Guust Homs konnte zwei Bauern einsammeln. Nach Abtausch der Türme war dann die Partie entschieden.

Anschließend konnte die Gastgeber durch die Niederlage von Thomas Willemze aufholen. Er hatte einen vergifteten Bauern genommen. Dadurch bekam sein Gegner einen riesigen Stellungvorteil, den er mit sehr gutem Spiel ausnutzte. Dann gab es sogar noch den Ausgleich. Der Gegner von Rolf Jungbluth konnte mit einem Turmopfer die Köngsstellung sprengen und zu einem Mattangriff kommen.

Entscheidend war schließlich, dass Jelmer Jens dem gegnerischen Druck standhielt und sich mit einem Dauerschach in ein Unentschieden rettete. Gleichzeitig brachte Kai Spriestersbach die Mannschaft mit seinem Erfolg auf die Siegerstrasse. Er hatte mit seinen Läufer soviel Druck auf den gegnerischen König aufbauen können, dass er nicht nur die geopferte Qualität zurückgewann sondern seine Zentralbauern unaufhaltbar zur Umwandlung in eine Dame führte. Damit lautete der Zwischenstand 4:3.

Nach dem Aufstieg läßt es sich gut speisen! Nun musste nur noch Frank Strozewski den Schlusspunkt setzen. Er hatte mittlerweile einen zweiten Bauern gewonnen. Durch Tausch der Damen entfiel auch ein mögliches Dauerschach, sodass sein Gegner die Partie zum 5:3 Endstand aufgab. Auf dem Weg zum gemeinsamen Essen in der Herforder Altstadt (Foto) kam dann das Endergebnis aus Godesberg. Deren 4:4 Unentschieden bedeutete die Tabellenführung für die erste Mannschaft des SV Erkenschwick.

Bereits im Vorfeld hatten die Gegner von Erkenschwick und Godesberg angekündigt zur letzten Runde nicht mehr anzutreten. Da diese Absagen nun amtlich sind, steht der Wiederaufstieg in die Oberliga NRW fest. Der unglückliche Abstieg in der Vorsaison ist wieder wettgemacht.

Die zweite Mannschaft will noch den Klassenerhalt in der Verbandsliga sichern. Am Sonntag steht hier die Partie beim SV Bottrop auf dem Programm. Am 18. Juli geht es dann zum SC WD Borbeck, bevor es abschließend am 8. August zum wahrscheinlichen Endspiel gegen den Mitkonkurrenten SG Werl-Wickede kommt.

Die dritte Mannschaft beendet ihre Saison am 25. Juli bei der SG Gladbeck 2 und am 15. August gegen den SV KS Haltern 2. Das Team ist gesichert und könnte höchstens bei glücklichem Verlauf noch einen Aufstiegsrelegationsplatz erreichen.

Letzte Änderung am 27.07.2021, 07.55h